CVC beteiligt sich mit 60% an den Sportwettenanbieter Tipico

April 26, 2016

Der bekannte PE-Investor CVC hat das beachtliche Wettbieten um Tipico mit einem Einsatz von 1,4 Milliarden Euro gewonnen. Somit gehört dem Investor eine Anteil von rund 60 Prozent des Sportwettenanbieters. Nach FINANCE-Informationen liegt demnach eine sogenannte Mehrheitsbeteiligung im Unternehmen vor. Allerdings wird es für die Privatinvestoren und die bereits bestehenden Gesellschafter eine Rückbeteiligung geben. Auch der Vorstandschef Jan Bolz soll weiterhin bei Tipico beschäftigt bleiben.

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Ausgaben in Millionenhöhe für Tipico-Anteile:

Nach eigenen Angaben hat de PE-Investor CVC rund 850 Millionen Euro für die Anteile an Tipico ausgegeben. Laut dem Unternehmen ist Tipico der führende Anbieter im Bereich der Sportwetten in Deutschland. Dies spiegle sich an der starken Struktur und dem Umsatz des Unternehmens wieder. Tipico beschäftigt bislang 5000 Mitarbeiter und erzielte einen Gewinn von mehr als 100 Millionen Euro. Außerdem ist Tipico in der Welt des Sportes weit verbreitet und sponsert unter anderem den Hamburger SV und den FC Bayern München.

Zu einem offiziellen Kaufpreis wollen sich die beiden Parteien bislang nicht äußern. Lange Zeit hielt sich das Gerücht, dass 1,1 Milliarden Euro für den Kauf veranschlagt seien. Nach FINANCE-Informationen soll sich dieser aber nicht bestätigt haben. Viel wahrscheinlicher ist eine Ablöse in Höhe von 1,4 Milliarden Euro. Dieser Unterschied im Kaufpreis lässt ein starkes Wettbieten um den Sportwettenanbieter vermuten. Der PE-Investor CVC war nicht der einzige, welcher Tipico im Visier hatte. Auch andere namenhafte Unternehmen, darunter die Deutsche Telekom, Centerbridge und Advent, aber auch das chinesische Unternehmen Xio waren an Tipico interessiert. Diese Angabe haben Presseberichte in der letzten Zeit an das Tageslicht gebracht.

Überraschender Sieg:

Das CVC den Wettstreit gewinnen würde, war nicht von Beginn an abzusehen. Lange Zeit galt die Deutsche Telekom als der Favorit im Rennen um Tipico. Das die Telekom ein großes Interesse an dem Sportwettenanbieter hegt, ist nicht verwunderlich. Dem DAX-Konzern gehören bereits mehrere Anteile des Sportwettenanbieters aus Österreich namens Tipp3. Wäre es dem Telekomkonzern gelungen, Tipco zu übernehmen, so hätte man eine Länderübergreifende Zusammenarbeit starten können. Dies wäre ein besonders interessanter Fakt geworden, wenn sich die Telekom die Rechte an der Onlineübertragung für die nächste Bundesliga-Spielzeit sichern kann. Außerdem hätte man so zusätzlich die Chance wahrgenommen, die Konkurrenz zu schmälern.

Dennoch hat CVC den Wettstreit für sich entscheiden können. Dabei ist eine Mehrheitsbeteiligung von 60 Prozent eher untypisch für einen solchen Finanzinvestor. Dennoch könnte CVC mit dieser Beteiligung eine klare Strategie verfolgen. So könnte der PE-Fond es beispielsweise erreichen, dass die Altgesellschafter nicht vom Konzept abspringen indem sie mit hohen Positionen beauftragt werden. Somit kann CVC die Motivation der Gesellschafter und des Teams fördern und kann im selben Zuge seine eigenen Risiken senken.

Der erste Deal von Alexander Dibelius:

Erst in der Mitte des vergangen Jahres ist Alexander Dibelius der neue Chef in Deutschland des Hauses CVC geworden. Davor war er über viele Jahre der Chef des Unternehmens Goldman Sachs. Für Dibelius war es die erste Transaktion, welche er für den neuen Konzern getätigt hat.

Allerdings ist CVC im Bereich der Sportwetten kein unbeschriebenes Blatt. Der PE-Investor besitzt bereits Anteile an Sky Bet und verfügt daher bereits Erfahrung im Wettgeschäft. An dieser Stelle wäre natürlich auch eine Fusion aus dem britischen Sky Bet und Tipico denkbar. Laut FINANCE-Informationen soll aber eine solche Zusammenarbeit vorerst nicht angedacht oder geplant sein. Weitere Erfahrung im Bereich der Sportwetten konnte CVC ebenfalls in Britannien mit William Hill sammel. Auch an diesem Unternehmen was der PE-Investor beteiligt.

In Deutschland beschränkte man sich eher auf Investitionen im Bereich der Industrie. So gelang es de PE-Investor CVC im Jahre 2015 die große Parfümeriekette Douglas zu übernehmen. Der Ablesedienst Ista steht ebenfalls unter der Führung von CVC und auch an dem Chemieunternehmen Evonik hat der PE-Investor eine Restbeteiligung.

Autor dieses Beitrages

Thomas Singer
Ich bin Thomas Singer, freier Journalist bei der Berliner Zeitung und professioneller Sportwetter. Bereits in meinem Studium der Sportwissenschaft an der Humbold-Univerisät in Berlin habe ich meine Passion für das Sportwetten entdeckt und mittlerweile mein System so optimiert, dass ich meine Journalistentätigkeit nebenbei praktizieren kann. Ich freue mich über jeden Follower auf meinem Google+ Profil.